27.06.2019

Portugal: Geschäftschancen für deutsche Unternehmen bei Ausrüstungs-investitionen

Foto:AdobeStock/joyt

Deutschland ist hinter Spanien wichtigstes Lieferland für Portugal. Aus zwei Rezessionsphasen (zwischen 2009 und 2013) ist das Land hochverschuldet, aber auch mit größerer Exportorientierung und Wettbewerbsfähigkeit hervorgegangen. Die portugiesische Regierung braucht weiterhin EU-Fördermittel als Investitionsmotor. Bis 2023 können Unternehmen und Gemein-den insgesamt 25 Mrd. EUR aus Brüssel abrufen. Sie fließen in Entsorgungstechnik, Kläranlagen, Heizung/Kühlung, Produkt- und Prozessinnovationen der Firmen sowie Digitalisierungsprojekte. Hier bieten sich auch für deutsche Unternehmen Geschäftschancen, weil die Ausrüstungsinvestitionen einen hohen Importanteil haben.

Die Lohnkosten bleiben trotz der schrittweisen Anhebung des Mindestlohns auf monatlich 700 EUR im laufenden Jahr die niedrigsten in Westeuropa. Den Unternehmen fehlt oft der Praxisbezug in der Ausbildung, allerdings sind sie in der Lage, Mitarbeiter relativ schnell aus- und weiterzubilden. Der Fachkräftemangel macht sich auch in Portugal zunehmend bemerkbar.

Mit Hilfe von EU-Geldern will das Land auch sein maritimes Potenzial nachhaltig nutzen. Dank der Azoren und Madeira ist Portugal mit der zehntgrößten Meereswirtschaftszone der Welt ausgestattet. Die Bruttowertschöpfung der blauen Wirtschaft soll bis 2020 auf 5 % des BIP steigen. Wind und Sonne als weitere Ressourcen werden auf Marktbasis weiterentwickelt, darunter auch die Offshore-Windkraft.

Quelle: Märkte der Welt Nr. 5 vom 11. April 2019