30.06.2020

Mittel- und Osteuropa kommen besser durch die Krise

Nach der im Mai veröffentlichten Frühjahrsprognose der Europäischen Kommission wird das Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union in diesem Jahr real um 7,4 % einbrechen. Während südeuropäischen Ländern wie Spanien, Italien und Griechenland mit jeweils über 9 % die höchsten Rückgänge vorausgesagt werden, kommen die großen Länder in Mittel- und Osteuropa vergleichsweise glimpflich davon. Dort werden im EU-Vergleich unterdurchschnittliche Verluste prognostiziert.

Nachbarland Polen könnte laut einer Einschätzung der GTAI ein für 2020 erwartetes BIP-Minus von 4,3 % bereits im kommenden Jahr wieder annähernd aufholen. Das Land profitiert davon, schon frühzeitig rigorose Anti-Corona-Maßnahmen ergriffen zu haben. Ab 2021 ist wieder mit Polen als Wachstumstreiber zu rechnen.

Für die Tschechische Republik erweist sich neben soliden Staatsfinanzen als vorteilhaft, dass die Industrieproduktion nicht durch staatliche Intervention gestoppt wurde. Die Erholung hängt jedoch stark davon ab, wie sich die Nachfrage in wichtigen tschechischen Exportmärkten, vor allem für die Automobilbranche, entwickeln wird.

Auch für Ungarn ist die Einschätzung von Germany Trade & Invest (GTAI) positiv: Mittelfristig könnten Ungarn und andere MOE-Standorte von der Krise sogar profitieren. So dürfte das Nearshoring kritischer Zulieferungen in der europäischen Industrie künftig an Popularität gewinnen. 

Quellen: www.gtai.de; Pressemitteilung vom 25. Mai 2020;
                Märkte der Welt Nr. 22 vom 4. Juni 2020