16.12.2019

Luxemburg: Struktur, Pünktlichkeit und Höflichkeit

Foto: AdobeStock/Sergey Novikov

Luxemburg ist kosmopolitisch. Das Land hat nicht nur den höchsten Anteil an Ausländern in der EU, sehr viele Menschen sprechen auch mehrere Sprachen. Die Luxemburger schätzen ihre Unabhängigkeit und ihre eigene Identität in Europa. Sie legen viel Wert auf Bescheidenheit und Freundlichkeit; die Familie hat einen hohen Stellenwert. Sie mögen es gar nicht, als den Belgiern, Franzosen oder Deutschen ähnlich bezeichnet zu werden. Sitten und Denkweisen von Deutschen und Luxemburgern unterscheiden sich trotz ihrer Nachbarschaft. 

Luxemburger sind vorsichtig und umsichtig. Sie brauchen Zeit, um einen Partner kennenzulernen. Sie schätzen Feinsinn und sagen höflich und charmant, was sie denken. Die Kultur ist hierarchisch geprägt; in den letzten Dekaden hat sich jedoch in den Unternehmen immer mehr ein konsensorientierter partizipierender Entscheidungsstil durchgesetzt. Luxemburger sehen Unpünktlichkeit als Unzuverlässigkeit. An Geschäftspartnern schätzen sie eine strukturierte Arbeitsweise. Eine Geschäftsbeziehung sollte auf Vertrauen und Achtung basieren. Ungeduld und Unverblümtheit können schnell zum Abbruch von Verhandlungen führen. Für den Aufbau einer Beziehung erwarten Luxemburger echtes Interesse an Land und Leuten.

Deutschlands Nachbarn verfügen über Qualitäts- und Markenbewusstsein und schätzen formelle, nicht allzu modische Kleidung im Geschäftsleben. Entscheidungsprozesse erscheinen als relativ langwierig, weil die Luxemburger stets die lang- und kurzfristigen Folgen einer Strategie bedenken und potenzielle Risiken mit einkalkulieren. Der Kommunikationsstil ist direkter als in vielen anderen Ländern, trotzdem sind Takt und Diplomatie angebracht. Das zur Schau stellen beruflicher oder privater Leistungen gilt als unhöflich.

Quelle: Nachrichten für Außenhandel Nr. 193 vom 8. Oktober 2019