14.05.2018

Litauen: Freie Wirtschaftszonen als Chance für Europa

Litauens Regierung hat in den vergangenen Jahren mehrere Freie Wirtschaftszonen (FEZ) mit steuerlichen Sonderregelungen eingerichtet, um mehr ausländische Investoren anzuziehen und noch enger an Europa heranzurücken.

Die FEZ zeichnen sich vor allem durch drei Faktoren aus: einen hochqualifizierten und –spezialisierten Arbeitsmarkt, eine logistisch und strategisch vorteilhafte Lage zwischen der EU und dem Westen Russlands sowie langfristigen Steuervorteilen für internationale Unternehmen.

Unternehmen in den litauischen FEZ brauchen beispielsweise keine Immobiliensteuer zahlen. Außerdem fallen für die ersten sechs Jahre nach der Ansiedlung keine Unternehmenssteuern an und in den darauf folgenden zehn Jahren muss nur die Hälfte der in Litauen üblichen 15 % gezahlt werden.

Vom Fremdkapital ausländischer Investoren profitieren nicht nur die Wirtschaftszonen selbst, sondern auch das Umland. Steigende Löhne kurbeln die Wirtschaft an und das ausländische Know-how sorgt zudem für eine zusätzliche Professionalisierung des Arbeitsmarktes. Investoren in den FEZ sind so von Beginn an der Entwicklung eines stabilen Wirtschaftspartners beteiligt.

Litauen verfügt über einen außergewöhnlich hoch qualifizierten Arbeitsmarkt. 93 % der Bevölkerung besitzen entweder eine Sekundarschulausbildung oder einen Hochschulabschluss, was einen EU-Spitzenwert darstellt. Beliebte Studienfächer sind Ingenieurwissenschaften, Produktion und Bauwirtschaft. Darüber hinaus zielen zahlreiche Regierungsinitiativen darauf ab, ein enges und zielgerichtetes Verhältnis zwischen Bildungseinrichtungen und Wirtschaft zu etablieren.

Quelle: Nachrichten für Außenhandel Nr. 24 vom 2. Februar 2018