25.10.2019

Afrika: GPI-Studie 2019 betont künftige Bedeutung des Kontinents

Big wind turbines in the desert at sunset background
AdobeStock/Anton Petrus

Die Hauptrisiken für Investitionen in Afrika sind aus Sicht der deutschen Wirt-schaft und Politik Korruption, Rechtsunsicherheit und politische Instabilität. Der Kreditversicherer Coface weist auf ein Wiederaufleben gewalttätiger Ereignisse hin. Im vergangenen Jahr gab es auf dem Kontinent fast doppelt so viele Konflikte wie vor zehn Jahren. Coface erwartet weitere Konflikte und Spannungen, insbesondere durch den steigenden sozioökonomischen Druck aufgrund von Arbeitslosigkeit und Armut. Mobilisierungsbewegungen - wie etwa der algerische und sudanesische „Frühling“ - könnten nun auch südlich der Sahara entstehen.

Tatsächlich betrachten deutsche Unternehmen Afrika jedoch nicht mehr als Kontinent mit erheblichen Investitionsrisiken, sondern als potenziellen Zukunftsmarkt, der nüchtern geprüft wird. Infrastrukturprojekte, Investitionen in Bildung und Unterstützung beim Auf- bzw. Ausbau effizienter und verlässlicher Verwaltungsstrukturen haben einige Länder Afrikas auf einen für Investoren interessanten Entwicklungspfad geführt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag der Global Perspectives Initiative (GPI), die deutsche Führungskräfte aus Politik und Wirtschaft nach ihrer Einschätzung zu Entwicklungschancen des afrikanischen Kontinents befragt hat. Die befragten Unternehmen schreiben Ländern mit dynamischer Entwicklung die größten Investitionspotentiale zu und sehen dabei die Chancen für ihre eigene Branche positiver als die Wirtschaft insgesamt. Laut der Studie glaubt die große Mehrheit in Politik und Wirtschaft, dass die Entwicklung Afrikas für Europa von großer Bedeutung ist, besonders auch hinsichtlich der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Europas.

Insgesamt sprechen die befragten Spitzenkräfte Investitionen auf dem Kontinent zu gleichen Teilen Chancen und Risiken zu. In Tiefeninterviews zogen Unternehmen für ihr Geschäftsfeld die Bilanz, heute mit weniger Korruption konfrontiert zu sein als früher. Mangelnde Infrastruktur und Fachkräftemangel werden als geringes Risiko gesehen. Hinsichtlich der Entwicklungschancen setzen die befragten Unternehmen auf Länder wie Ghana, Senegal oder Äthiopien sowie weitere Länder, die im Zuge des Programms „Compact with Africa“ identifiziert wurden und auf die Maghreb-Staaten. Die größten Entwicklungschancen werden Nigeria und Südafrika zugeschrieben.

Die GPI-Studie ist in deutscher Sprache verfügbar.

Quellen: www.globalperspectives.org, Stand August 2019;
                Märkte der Welt Nr. 31 vom 1. August 2019;
                Nachrichten für Außenhandel Nr. 176 vom 12. September 2019