21.02.2019

Schwierigere Zeiten für Produkte "Made in Germany"

Mechanic repairing a lifted car
Foto:AdobeStock/Minerva Studio

2018 war aus außenwirtschaftlicher Sicht ein schwieriges Jahr für die internationalisierte deutsche Wirtschaft. Der Zuwachs von 4 % beim Welthandelswachstum zum Jahresende unterschritt das Mittel der letzten 20 Jahre von 5,1 % deutlich. 2019 erwartet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) nur noch 3,7 %.

Die Wachstumseintrübung zwingt die deutschen Unternehmen ihre weltweiten Investitions- und Beschäftigungspläne zurückzufahren. Lediglich mit dem wichtigsten Absatzmarkt Deutschlands - den USA - laufen die Geschäfte momentan noch gut. Aus Sorge vor der protektionistischen Politik der US-Regierung befürchtet jedoch jedes zweite Unternehmen in Deutschland zukünftig negative Auswirkungen auf sein US-Geschäft. In der Bundesrepublik ist jeder vierte Arbeitsplatz, das sind über 11 Mio. Jobs, abhängig von der Exportwirtschaft. Damit bleibt der Zugang zu den Weltmärkten für die deutsche Volkswirtschaft von existenzieller Bedeutung. 

Seine ursprüngliche Exportprognose von 6,5 % hat der DIHK auf aktuell 2,8 % mehr als halbiert. Das bedeutet am Jahresende über 55 Mrd. EUR weniger in den Auftragsbüchern der deutschen Unternehmen. Für 2020 wird ein noch bescheideneres Ausfuhrwachstum von 2,5 % erwartet.

Europa ist auch im neuen Jahr mit einem klaren Bekenntnis zum multilateralen und regelbasierten Welthandel gefordert. Nur mit einer gemeinsamen Handelspolitik können Lösungen im Sinne Europas gefunden werden. Das heißt für die EU auch, in internationalen Fragen zukünftig selbständiger und souveräner zu agieren. Mit weltweiten Partnern wird der globale Handel letztlich eine Win-win-Situation für alle Beteiligten sein.

Quelle: Märkte der Welt Nr. 2 vom 10. Januar 2019