06.09.2018

Neues EU-Entwicklungsprogramm setzt auf den Privatsektor

Die Europäische Union will künftig den Privatsektor stärker in ihre Entwicklungsvorhaben einbinden. Der kürzlich ins Leben gerufene External Investment Plan (EIP) soll den hohen Investitionsbedarf in Partnerländern in Afrika sowie der Nachbarschaft im Süden und Osten Europas durch Mischfinanzierung decken. Das soll durch die Kombination von Zuschüssen mit Darlehen oder Eigenkapital von öffentlichen und privaten Geldgebern (Blending) geschehen.

Das neue Finanzinstrument setzt beim Privatsektor an. Trotz ausreichend vorhandenem Investitionskapital investieren nach wie vor nur wenige Unternehmen in schwierigen Märkten. Das liegt zum einen am beschränkten Zugang zu Finanzierungen, zum anderen an der Unkenntnis vom Geschäftsumfeld im Partnerland. Oft werden aber auch die Risiken als zu hoch eingeschätzt. 

Der Plan basiert auf zwei regionalen Investitionsplattformen und deckt bisher Subsaharaafrika und die direkte EU-Nachbarschaft ab. Kernstück ist der European Fund for Sustainable Development (EFSD), der eine finanzielle Förderung durch Blending (2,6 Mrd. EUR) sowie neue Garantien (1,5 Mrd. EUR) vorsieht und Investitionen von bis zu 44 Mrd. EUR mobilisieren soll. Technische Hilfe für Förderbanken und Initiativen zur Verbesserung des Investitionsklimas vor Ort sind die weitere Säule des EIP.

Über die Plattform „Sustainable Business for Afrika“ können sich interessierte Firmen beim EIP einbringen und Projektideen vorschlagen. Die Auswahl der Vorhaben wird sich unter anderem danach richten, wie diese zum Erreichen der Entwicklungsziele beitragen. Die EU will sicherstellen, dass alle von ihr mobilisierten Investitionen die lokale Gemeinschaft im Partnerland involvieren und ihre Bedürfnisse berücksichtigen. Sie betont, dass öffentliche Entwicklungsgelder privaten Firmen oder Investoren nur dann zugutekommen dürfen, wenn diese einen öffentlichen sozialen Mehrwert erzeugen.

Quelle: Nachrichten für Außenhandel Nr. 131 vom 11. Juli 2018