15.05.2018

EU-Strategie zum Umgang mit Kunststoffabfällen

In der EU wurden 2015 insgesamt 49 Mio. Tonnen Plastik eingesetzt, 40 % davon wurden für Verpackungen verwendet. Jährlich werden rund 26 Mio. Tonnen Plastikmüll gesammelt, von denen 30 % recycelt, 39 % verbrannt und 31 % auf Deponien gekippt werden.

Damit es 2050 in den Ozeanen nicht mehr Plastik als Fische gibt, muss sich im Umgang mit dem Kunststoff Grundlegendes ändern. Das mangelnde Recycling kostet die EU-Wirtschaft jährlich 105 Mio. EUR. Durch eine Überarbeitung der Verpackungsrichtlinie sollen alle in der EU vermarkteten Plastikverpackungen bis 2030 in kosteneffizienter Weise wiederverwendet oder recycelt werden können.

Über die Chemikalienverordnung REACH soll die absichtliche Verwendung von Mikroplastikteilchen von weniger als 5 mm Größe in Produkten wie Kosmetik oder Farben eingeschränkt werden. Eine neue Gesetzesinitiative soll die Verwendung von Einweg-Kunststoffprodukten wie etwa Plastikflaschen, -becher oder -besteck einschränken.

Laut EU-Kommission werden bisher nur 5 % des Altkunststoffs innerhalb der EU wiederverwendet. Durch besseres Recycling soll dieser Anteil gesteigert werden. Bis 2030 sind 200.000 neue Jobs in der Sortier- und Recyclingbranche geplant. Finanzielle Mittel für die stärkere Verwendung von Recycling-kunststoff erhält die Industrie unter anderem durch EU-Strukturfonds, Investitionsfonds EFSI oder das Forschungsprogramm „Horizont 2020“. 

Für die Verringerung der Zahl leichter Einwegplastiktüten gibt es bereits eine EU-Richtlinie, bei deren Umsetzung erste Fortschritte verzeichnet werden. Labels sollen biologisch abbaubare Tüten besser kennzeichnen. Die EU-Mitgliedstaaten sind gefordert, parallel praktikable Strategien für Herstellung und Vermeidung von Plastikmüll zu entwickeln.

Quellen: EU-Nachrichten Nr. 1 vom 18. Januar 2018
www.deutsche-handwerks-zeitung.de, Pressemitteilung vom 23.01.2018