09.07.2018

Entsenderichtlinie: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort

Baker woman presenting bread on board in bakery
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Das Europäische Parlament hat am 29. Mai in Straßburg die im März erzielte politische Einigung zur Überarbeitung der Richtlinie über die Entsendung von Arbeitnehmern bestätigt. Bei der Entsendung von Arbeitnehmern in ein anderes EU-Land belegt Deutschland hinter Polen Platz 2: Über 260.000 Arbeitnehmer wurden 2016 aus Deutschland in ein anderes europäisches Land geschickt. Umgekehrt wurden im selben Jahr 440.000 Arbeitnehmer aus EU-Ländern nach Deutschland entsendet.

Hauptpunkte der Reform sind:
•    Alle Regeln des Gastmitgliedstaates für die Entlohnung, die gesetzlich oder in bestimmten Tarifverträgen festgelegt sind, gelten auch für entsandte Arbeitnehmer.
•    Der Arbeitgeber muss für Reise-, Verpflegungs- und Unterbringungskosten aufkommen (statt Abzug vom Lohn der Arbeitnehmer).
•    Die maximale Entsendungsdauer wurde auf 12 Monate festgelegt, wobei dieser Zeitraum um sechs Monate verlängert werden kann. Danach werden alle arbeitsrechtlichen Bestimmungen des Gastlandes angewandt.
•    Leiharbeitsunternehmen müssen ihren entsandten Arbeitnehmern die gleichen Bedingungen garantieren wie sie für Leiharbeitnehmer im Mitgliedstaat gelten, in dem die Arbeit erbracht wird.
•    Die Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Betrug wird verstärkt.
•    Die neuen Elemente der Richtlinie gelten auch im Verkehrssektor, sobald die geplanten sektorspezifischen Rechtsvorschriften in Kraft getreten sind.

Quelle: Europäische Kommission, Pressemitteilung vom 29. Mai 2018