17.12.2018

Elektronisches Antragsverfahren für A1-Bescheinigungen

Schon ein eintägiger Kundenbesuch oder ein zweistündiger Auftrag im EU-Ausland können eine Entsendung sein. Das gilt sozialversicherungsrechtlich nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch für den Chef oder die Chefin.

Bei einer Entsendung mit einer Dauer von weniger als 24 Monaten bleibt der Mitarbeiter normalerweise in Deutschland sozialversicherungspflichtig. Um nicht gleichzeitig im Mitgliedsstaat, in den entsandt wird, sozialversicherungs-pflichtig zu sein, benötigen der Unternehmer oder seine Arbeitnehmer eine Entsendbescheinigung, die sogenannte A1-Bescheinigung. Diese muss der Unternehmer für jeden Auslandseinsatz für sich selbst oder seine Mitarbeiter erneut beantragen. 

Die A1-Bescheinigungen können bereits seit Januar 2018 elektronisch beantragt werden und kommen seit Juli 2018 elektronisch zurück. Ab Januar 2019 ist der Gesamtprozess nur noch elektronisch möglich. Dann müssen Unternehmer ihre A1-Bescheinigungen über eine entsprechende Software oder sv.net (https://standard.gkvnet-ag.de/svnet/) beantragen. Dies gilt auch für die Beantragung einer Ausnahmevereinbarung. In der Regel stellt die Krankenkasse des Arbeitnehmers die Bescheinigung aus, in Einzelfällen ist die Deutsche Rentenversicherung oder die Arbeitsgemeinschaft berufsständiger Versorgungseinrichtungen zuständig.

Der Unternehmer erhält direkt nach der Beantragung die Eingangs-bestätigung. Wer bei einer Kontrolle im Ausland weder eine A1-Bescheinigung noch den Empfangsnachweis vorweisen kann, muss mit erheblichen Bußgeldern rechnen. Ist der Arbeitnehmer noch nicht im Besitz der endgültigen A1-Bescheinigung, sollte er eine Kopie der Bestätigung und des ausgefüllten Antrags mit sich führen. Ist die A1-Bescheinigung bereits ausgestellt, sollte er stets eine Kopie der Bescheinigung bei sich haben.

Quelle: www.handwerk-magazin.de; Pressemitteilung vom 26. Oktober 2018