23.10.2018

Brexit eröffnet Absatzchancen für Maschinen- und Anlagenhersteller aus der EU

Foto:www.amh-online.de

2017 nahmen die EU-Staaten Großbritannien rund 36 % seiner ins Ausland verkauften Maschinen ab und stellten drei der größten zehn Absatzmärkte. Wichtige britische Exportziele waren neben den USA besonders Frankreich und Deutschland.

Für Frankreich ist Deutschland bereits Hauptlieferland für Maschinen und Ausrüstungen. Infolge eines Brexits könnten britische Anbieter im französischen Markt vor allem bei bau- und landwirtschaftlichen Maschinen unter Druck geraten und Importe aus Großbritannien durch Einfuhren aus Deutschland ersetzt werden, da deutsche Anbieter Serviceleistungen und Ersatzteillieferungen schneller erbringen bzw. liefern könnten. 

Britische Lieferungen in die Niederlande und nach Italien erfolgten 2017 vorrangig in den Segmenten Pumpen und Kompressoren sowie Fördertechnik, Bau- und Baustoffmaschinen aber auch in den Bereichen Druck-, Papier-, Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen. Ein Brexit könnte hier für ein zusätzliches Absatzpotential für deutsche Hersteller sorgen.

Im Hinblick auf Spaniens Absatzmarkt können deutsche Anbieter Chancen in einigen Segmenten des Maschinenbaus haben, wenn sie ein entsprechend gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Bei möglichen Handelsbarrieren nach dem Brexit würden in Polen vor allem neue Baggeranbieter gesucht. Bisher ist Großbritannien ein wichtiger Konkurrent deutscher Hersteller in diesem Segment. Der Bedarf an Fördertechnik sowie Filtersystemen für Gase kann ebenfalls zu Lieferlücken führen, die von deutschen Herstellern genutzt werden.

In Tschechien könnten sich bei der Umwelt-und Belüftungstechnik Geschäftsmöglichkeiten ergeben. Britische Lieferungen von Reinigungs-anlagen für Wasser und Gase nach Tschechien betrugen 2017 über 44 Mio. EUR. Das Liefervolumen bei Pumpen, Kompressoren und Ventilatoren lag bei über 15 Mio. EUR.

Quelle: Nachrichten für Außenhandel Nr. 130 vom 10. Juli 2018