05.09.2019

Europaparlament hört designierte EZB-Chefin Lagarde an

Am 4. September hat sich die Französin Christine Lagarde den Fragen der Europaabgeordneten gestellt und im fachlich zuständigen Ausschuss für Wirtschaft und Währung (ECON) eine mehrheitliche Zustimmung bekommen. Das Plenum wird in den nächsten Wochen über Lagarde abstimmen.

Frau Lagarde gab Einblick in ihre geldpolitischen Pläne:

- Die aktuelle Niedrigzinspolitik der EZB will sie auf absehbare Zeit fortführen, um die Wirtschaft weiter anzukurbeln und die Inflation näher an das offizielle EZB-Ziel von "nahe, aber unter 2 Prozent" der europäischen Wirtschaftsleistung zu bringen.

- Zudem kündigte sie an, die EZB werde sich mit den negativen Auswirkungen langfristig niedriger Zinsen beschäftigen.

- Eine bessere Kommunikation der EZB-Entscheidungen: Weniger Technokraten-Jargon würde laut Lagarde mehr Verständnis und Akzeptanz schaffen.

- Auch den Klimawandel solle die EZB stärker berücksichtigen. Die Finanzierung klimafreundlicher Investitionen sei eine enorme Herausforderung. Lagarde will deshalb die Entwicklung grüner Finanzmärkte vorantreiben.

Die europäischen Staats- und Regierungschefs haben Lagarde im Juli für die Nachfolge des scheidenden EZB-Präsidenten Mario Draghi nominiert. Aktuell ist sie Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF). Im Oktober treffen die Staats- und Regierungschefs dann die finale Entscheidung. Die Amtszeit eines EZB-Präsidenten beträgt 8 Jahre und ist nicht verlängerbar.