11.10.2018

EPdU 2018: Handwerker schlüpfen für einen Tag in die Rolle von EU-Abgeordneten

Die deutsche Unternehmerdelegation zum 5. Europäischen Parlament der Unternehmen. Quelle: ZDH

Ein eindrucksvolles Zeichen für eine starke europäische Wirtschaft haben am 10. Oktober rund 750 Unternehmer aus Handwerk und Mittelstand beim 5. Europäischen Parlament der Unternehmen (EPdU) in Brüssel gesetzt.

Für einen Tag schlüpften die Unternehmer in die Rolle ihrer jeweiligen nationalen Europaabgeordneten. ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer führte die deutsche Handwerksdelegation an und sagte: "Das Handwerk braucht eine starke EU, sie ist Garant für Wohlstand, Stabilität und Frieden." Allerdings müsse der Mehrwert Europas für die Betriebe wieder klarer erkennbar werden. "Weniger Bürokratie und mehr praxistaugliche Lösungen müssen das Ziel sein."

Die Teilnehmer debattierten über die Themen Berufliche Bildung, Handelspolitik und Zukunft Europas und richteten Forderungen an die Politik. Allein im Handwerk fehlen derzeit rund 200.000 Fachkräfte. Die deutsche Wirtschaft ist auf umfassende und ehrgeizige EU-Freihandelsabkommen angewiesen, die allerdings konsequent die Interessen von Mittelstand und Handwerk berücksichtigen müssen. Der Ausgang der Europawahl 2019 wird darüber entscheiden, wie Europa Errungenschaften wie den stabilen Binnenmarkt sichert.

Im Hemicycle des Parlaments konnten die Unternehmer ihre Fragen direkt an prominente EU-Vertreter richten: EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani, Handelskommissarin Cecilia Malmström und Brexit-Chefunterhändler Michel Barnier standen Rede und Antwort. Haushaltskommissar Günther Oettinger sowie die beiden Europaabgeordneten Reinhard Bütikofer (Grüne) und Daniel Caspary (CDU) sprachen am Morgen vor den Unternehmern bei einer Einführungsveranstaltung.

Das EPdU wird jedes zweite Jahr vom europäischen Kammerverband Eurochambres organisiert. Die deutsche Delegation stellen Mitglieder von DIHK, ZDH und den Wirtschaftsjunioren. Deutschland stellt dabei 96 Unternehmer aus verschiedenen Branchen und dem gesamten Bundesgebiet.