Brexit-Vorbereitung für Handwerksbetriebe

In der aktuellen Diskussion über den Brexit liest man viel über dessen Auswirkungen auf den freien Warenverkehr oder dem Aufenthaltsrecht für EU-Bürger in Großbritannien. Aufgrund er tiefen Verstrickung zwischen Großbritannien und der EU können durch den Brexit jedoch noch weitere unerwartete Folgen für Ihr Unternehmen entstehen. Hier finden Sie einige Fragen, mit denen Sie diese erkennen und abwenden können:

Liefern Sie Waren oder Dienstleistungen direkt nach Großbritannien?

Es könnten Zölle anfallen. Die Höhe hängt vom jeweiligen Produkt ab. Für bestimmte Dienstleistungen könnte der Zugang nicht mehr möglich sein. Großbritannien wäre bei einem Austritt nicht mehr Teil des gemeinsamen EU-Mehrwertsteuersystems. Dies würde zu höheren Kosten und mehr Bürokratie führen. Mehr Informationen finden Sie in folgendem Rundschreiben:

Sitzt einer Ihrer Zulieferer in Großbritannien?

Prüfen Sie, ob Sie sich einen neuen Zulieferer im EU-Binnenmarkt suchen müssen.

Liefert einer Ihrer Kunden nach Großbritannien?

Mittelfristig könnte es zu einer Abweichung von Standards kommen. Sollte eine Dokumentation, z.B. zur Rückverfolgung bestimmter Rohstoffe wie Zinn, Gold, Kobalt oder Diamant anfallen, könnte diese künftig in Großbritannien von jener in der EU üblichen abweichen. 

Ist die Gesellschaftsform Ihres Unternehmens britisch (z.B. Ltd.)?

Britische Unternehmensformen werden bei einem Austritt WTO-Regeln in Deutschland nicht mehr anerkannt. Daher sollte geprüft werden, ob eine Umwandlung nötig sein könnte.

Haben Sie Daten auf einem Server, der in Großbritannien steht? 

Da Großbritannien nach einem harten Brexit weder zum Binnenmarkt noch zum Europäischen Wirtschaftsraum gehört und auch kein zusätzliches Abkommen mit der EU abgeschlossen hat, wäre es nicht mehr möglich, persönliche Daten in Großbritannien zu verwalten. Daten sollten Sie daher auf einen Server innerhalb der EU verschieben