05.12.2019

Meisterprüfungsverordnung für das Kraftfahrzeugtechniker-Handwerk modernisiert

Ein Kraftfahrzeugtechnikermeister schraubt im Motorraum eines Personenkraftwagens.
Foto: www.amh-online.de

Die Meisterprüfungsverordnung im Kraftfahrzeugtechniker-Handwerk ist überarbeitet worden und beinhaltet die novellierten Teile Teil I (Fachpraxis) und Teil II (Fachtheorie).

Die Prüfung der Fachpraxis umfasst die Prüfungsbereiche:

Meisterprüfungsprojekt und FachgesprächSituationsaufgabe

Das Meisterprüfungsprojekt, das einem Kundenauftrag entspricht, besteht aus Planungs-, Durchführungs-, Kontroll- und Dokumentationsarbeiten.

Als Meisterprüfungsprojekt sind Arbeiten an einem Fahrzeug durchzuführen, das in mindestens zwei der nachfolgenden vernetzten Systeme mindestens jeweils einen Fehler aufweist:

  1. Antriebssystem,
  2. Bremssystem,
  3. Steuerungssystem,
  4. Fahrwerkssystem,
  5. Sicherheitssysteme,
  6. Komfortsysteme,
  7. Assistenzsysteme,
  8. Zusatzsysteme.
Das Fachgespräch bezieht sich auf das Meisterprüfungsprojekt.
  1. Die Situationsaufgabe orientiert sich an einem Kundenauftrag und vervollständigt den Nachweis der beruflichen Handlungskompetenz für die Meisterprüfung im Kraftfahrzeugtechniker-Handwerk.
  2. Der Meisterprüfungsausschuss legt eine Situationsaufgabe fest, die zu keinem der im Meisterprüfungsprojekt ausgewählten Systeme Bezug hat. Für diese Situationsaufgabe wählt er aus den drei folgenden Arbeiten zwei Arbeiten aus
    1. Fehler und Schäden an einer Baugruppe diagnostizieren,
    2. eine Baugruppe instand setzen oder
    3. die Systeme einer Baugruppe einstellen.
Vier Stunden Meisterprüfungsprojekt und
höchstens 30 Minuten Fachgespräch
Zwei Stunden

 

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe e. V. hat mit der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) im Januar 2020 einen Rahmenlehrplan zur Meistervorbereitung in den Teilen I und II im Kraftfahrzeugtechniker-Handwerk erarbeitet. Er sichert eine bundesweit einheitliche und qualitativ hochwertige Umsetzung der Meisterprüfungsverordnung.

MeisterInnen im Kfz-Techniker- sind Angestellte, AusbilderInnen, Selbständige und/oder UnternehmerInnen. Sie sind auch als Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen oder als Sachverständige gefragt. Perspektivisch können sich Kfz-TechnikermeisterInnen zum geprüften Betriebswirt bzw. zur geprüften Betriebswirtin nach der Handwerksordnung oder zum geprüften Restaurator bzw. zur geprüften Restauratorin im Kfz-Technikerhandwerk fortbilden, alternativ können sie ein Hochschulstudium aufnehmen.

Die Meisterprüfung im Kraftfahrzeugtechniker-Handwerk wurde auf Anregung des Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe e. V. (ZDK) modernisiert. An der Neuordnung der Meisterprüfungsverordnung im Kraftfahrzeugtechniker-Handwerk haben der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), die Gewerkschaft IG Metall, die Sachverständigen des ZDK sowie das Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk an der Universität zu Köln (FBH) mitgewirkt.

Die Verordnung wurde im Einvernehmen von Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) erlassen. Am 5. Dezember 2019 wurde die Verordnung im Bundesanzeiger veröffentlicht. Sie tritt am 1. Juli 2020 in Kraft.

Die neue Meisterprüfungsverordnung finden Sie im Bundesgesetzblatt.