20.12.2019

Meisterprüfungsverordnung für das Karosserie- und Fahrzeugbauer-Handwerk modernisiert

Der Karosserie- und Fahrzeugbauer poliert die Karosserie eines Fahrzeugs.
Foto: www.amh-online.de

Die Meisterprüfungsverordnung im Karosserie- und Fahrzeugbauer-Handwerk ist überarbeitet worden und beinhaltet die novellierten Teile Teil I (Fachpraxis) und Teil II (Fachtheorie).
Die Prüfung der Fachpraxis umfasst die Prüfungsbereiche:

Meisterprüfungsprojekt und FachgesprächSituationsaufgabe

Das Meisterprüfungsprojekt, das einem Kundenauftrag entsprich, besteht aus Planung-, Durchführungs-, Kontroll- und Dokumentationsarbeiten.

Als Meisterprüfungsprojekt ist nach Wahl des Prüflings eine der folgenden Arbeiten durchzuführen:

  1. Instandsetzungsarbeiten an einer Karosserie und einem Fahrwerk oder
  2. Neubau eines Fahwerk-, Karosserie- oder Fahrzeugbauteils.
Das Fachgespräch bezieht sich auf das Meistrprüfungsprojekt.

Die Situationsaufgabe orientiert sich an einem Kundenauftrag und vervollständigt den Nachweis der beruflichen Handlungskompetenz für die Meisterprüfung im Karosserie- und Fahrzeugbauer-Handwerk. Sie wird vom Meistrprüfungsausschuss festgelegt.

Der Meisterprüfungsausschuss wählt für die Situationsaufgabe vier Arbeiten aus dem Bereich "Fehler und Störungen an Systemen feststellen und beheben" bzw. "Lackierarbeiten" aus, die nicht Bestandteil des Meisterprüfungsprojekts waren.

Vier Arbeitstage Meisterprüfungsprojekt und
höchstens 30 Minuten Fachgespräch
Sechs Stunden

Der Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik e. V. hat mit der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) im Januar 2020 einen Rahmenlehrplan zur Meistervorbereitung in den Teilen I und II im K
Karosserie- und Fahrzeugbauer-Handwerk erarbeitet. Er sichert eine bundesweit einheitliche und qualitativ hochwertige Umsetzung der Meisterprüfungsverordnung.

MeisterInnen im Karosserie- und Fahrzeugbauer-Handwerk sind Angestellte, AusbilderInnen, Selbständige und/oder UnternehmerInnen. Sie sind auch als Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen oder als Sachverständige gefragt. Perspektivisch können sich MeisterInnen zum geprüften Betriebswirt bzw. zur geprüften Betriebswirtin nach der Handwerksordnung, zum geprüften Restaurator bzw. zur geprüften Restauratorin im Karosserie- und Fahrzeugbauer-Handwerk fortbilden, alternativ können sie ein Hochschulstudium aufnehmen.

Die Meisterprüfung im Karosserie- und Fahrzeugbauer-Handwerk wurde auf Anregung des Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik e. V. (ZKF) modernisiert. An der Neuordnung der Meisterprüfungsverordnung haben der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), die Gewerkschaft IG Metall, die Sachverständigen des ZDK sowie das Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk an der Universität zu Köln (FBH) mitgewirkt.

Die Verordnung wurde im Einvernehmen von Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) erlassen. Am 20. Dezember 2019 wurde die Verordnung im Bundesanzeiger veröffentlicht. Sie tritt am 1. Juli 2020 in Kraft.

Die neue Meisterprüfungsverordnung finden Sie im Bundesgesetzblatt