SCIVET (Skilled Crafts – International Vocational Education and Training)

Das Handwerk engagiert sich bereits seit vielen Jahren in der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit (IBZ). Damit nimmt es seine gesellschaftspolitische Verantwortung über die Grenzen Deutschlands hinaus wahr. Denn berufliche Bildung – insbesondere in Handwerksberufen – ist  eine Voraussetzung für nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und international. Im Ausland wird zudem zunehmend wahrgenommen, welch hohe Bedeutung das deutsche Modell der dualen Berufsausbildung für die langfristige Sicherung von wirtschaftlichem Erfolg und gesellschaftlichem Wohlstand hat. Ausländische Partner wollen vom Modell der dualen Berufsausbildung lernen und häufig eigene Systeme aufbauen, die ähnlich funktionieren. Die Handwerksorganisation vereinigt aufgrund ihrer zentralen Rolle im deutschen System ein breites Spektrum an Expertise und Kompetenzen, die sie in internationale Projekte einbringen kann. Vor diesem Hintergrund unterstützen Einrichtungen des deutschen Handwerks ausländische Partner beispielsweise dabei, Ausbildungsregelungen zu modernisieren, Bildungszentren aufzubauen und Ausbilder zu schulen.

 

Die Nachfrage nach Unterstützung in der internationalen Berufsbildungzusammenarbeit wächst seit Jahren und stellt die Handwerksorganisation vor Herausforderungen:

  1. Wie können Anfragen aus dem Ausland und deutsche Handwerkseinrichtungen, die Unterstützungsleistungen erbringen können, effizient zusammen gebracht werden?
  2. Wie kann dargestellt werden, welche Leistungen das Handwerk in der IBZ erbringen kann?
  3. Wie kann Know-How aus der IBZ im Handwerk verbreitet werden, um die Planung und Durchführung internationaler Projekte sowohl für erfahrene Einrichtungen als auch IBZ-Einsteigern zu erleichtern?

 

Im Projekt Skilled Crafts - International Vocational Education and Training (SCIVET) wurden für diese Herausforderungen Antworten und Lösungsansätze entwickelt:

  1. Beim ZDH wurde die SCIVET-Koordinierungsstelle als zentraler Ansprechpartner für die internationale Berufsbildungszusammenarbeit des Handwerks eingerichtet. Sie hat einen Überblick über die verfügbaren Angebote im Handwerk und kann diese schnell und effizient dahin vermitteln, wo sie gebraucht werden.
  2. Im Rahmen von SCIVET wurde das Leistungsportfolio des Handwerks für die internationale Berufsbildungszusammenarbeit beschrieben. Es umfasst die 15 häufigsten Leistungen, die das Handwerk in der IBZ erbringt. Alle Leistungen können für die zahlreichen Gewerke des Handwerks erbracht werden.
  3. Von 2016 bis 2018 wurden die SCIVET-Instrumente für die Planung, Durchführung und Qualitätssicherung in Projekten der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit entwickelt. Die „Systemischen Qualitätsstandards des Handwerks für die internationale Berufsbildungszusammenarbeit dienen hierfür als Grundlage und Referenz. Die SCIVET-Instrumente stehen Mitgliedern der Handwerksorganisation online als digitale Arbeitsmittel zur Verfügung. Ausführliche Informationen zu den SCIVET-Instrumenten enthält das SCIVET-Handbuch basic. Der systemische Ansatz der Handwerksorganisation in der Internationalen Berufsbildungszusammenarbeit“.

 

SCIVET wurde von Mai 2016 bis September 2018 als Verbundprojekt vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) durchgeführt und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Der ZDH führte das Projekt bis Mai 2019 fort. Im Juni 2019 startete der ZDH das Projekt "SCIVET Transferphase", welches auf drei Jahre angelegt ist.

 

Mehr zu SCIVET: www.scivet.de

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