Ausbildungsqualität

Handwerk
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Die hohe Leistungsfähigkeit des Handwerks in Deutschland basiert auf einer quantitativ und qualitativ hochwertigen Ausbildung. Dabei gibt das Handwerk mehr als andere Wirtschaftsbereiche jungen Menschen mit schwierigen Ausgangsvoraussetzungen eine Chance: Das Handwerk ist der Wirtschaftsbereich mit dem höchsten Anteil an Hauptschulabsolventen (43,7%). Fast die Hälfte (48,4%) der Auszubildenden aus Asylzugangsländern absolviert eine Ausbildung im Handwerk. 27% aller Auszubildenden wurden von Handwerksbetrieben ausgebildet.

Handwerksbetriebe sichern Ihren Fachkräftebedarf vor allem durch die Ausbildung von Lehrlingen im beruflichen Bildungssystem in über 130 Ausbildungsberufen. Für Betriebe und Auszubildende zahlt sich dabei aus, dass fachpraktische und fachtheoretische Inhalte ineinander greifen, Praxiserfahrungen vom ersten Ausbildungstag dazu gehören und nicht zuletzt die Ausbildungsverhältnisse wesentlich individueller sind als etwa an der Hochschule. Handwerkskammern und Innungen bieten zahlreiche Beratungs-, Austausch- und Schulungsangebote an und betreuen die Betriebe individuell vor Ort, um die Ausbildungsqualität stetig weiter zu verbessern.

Auszubildende sind zufrieden

Regelmäßige Umfragen einzelner Handwerkskammern belegen das herausragende Ausbildungsengagement der Betriebe. Auch der DGB Ausbildungsreport stellt ein ums andere Jahr fest, dass über 70% der Auszubildenden mit ihrer Ausbildung zufrieden sind. Nicht immer von der Öffentlichkeit wahrgenommen, führen Meister und Meisterinnen mit ihren Gesellinnen und Gesellen junge Menschen zu einem vollqualifizierenden Berufsabschluss und tragen zu ihrer Persönlichkeitsentwicklung bei. Davon zeugt nicht nur die mit 6,4% im europäischen Vergleich geringe Jugenderwerbslosenquote in Deutschland, sondern auch das Interesse anderer Wirtschaftsbereiche an Fachkräften, die im Handwerk ausgebildet und qualifiziert wurden.

Betriebe und Auszubildende haben unterschiedliche Perspektiven

Vor diesem Hintergrund hat das Thema Ausbildungsqualität eine hohe Bedeutung. Es ist dabei entscheidend, die unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema Ausbildungsqualität zu beachten.

Aus betrieblicher Sicht definiert sich der Erfolg einer Ausbildung, wenn auf diese Weise passgenaue Nachwuchskräfte qualifiziert werden, der Fachkräftenachwuchs zur Selbstständigkeit und Eigenverantwortung angeleitet und die Betriebskultur weitergegeben wird.

Auszubildende bewerten eine Ausbildung positiv, wenn die Aufgabenstellungen vielseitig und abwechslungsreich sind, sie in größere Aufgaben eingebunden werden und nicht nur einzelne Arbeitsschritte durchführen.

Themen

Vertragslösungen und Ausbildungsabbrüche

Was in den Medien als Abbruch diskutiert wird, ist in den meisten Fällen kein Ausbildungsabbruch, sondern die Fortsetzung der Ausbildung in einem anderen Betrieb oder Ausbildungsberuf.
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Qualitätssicherung der betrieblichen Ausbildung

Durch zahlreiche Maßnahmen sichert das Handwerk die Qualität seiner betrieblichen Ausbildung.
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Finanzielle Unterstützung während der Ausbildung

Die Ausbildungsvergütung, das Kindergeld sowie die Berufsausbildungsbeihilfe zählen zur finanziellen Unterstützung während der Ausbildung.
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Interviews und Statements zum Thema

"Kleine und mittlere Betriebe könnten ihr Engagement in der Ausbildung aufgeben"

[12.07.2018]

Im Interview mit dem Handwerksblatt erklärt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke, welche Auswirkungen eine Mindestausbildungsvergütung hätte.
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"Der Wettbewerb um den Nachwuchs und die größten Talente verschärft sich"

[16.05.2018]

Im Gespräch mit der Unternehmensgruppe PEAG erklärt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke, warum der Wettbewerb um den Nachwuchs schärfer geworden ist und die berufliche Bildung eine Aufwertung erleben muss. Welche Strategie verfolgt …
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Mehr Flexibilität statt mehr Beschränkungen und bürokratische Verpflichtungen

[08.05.2018]

In einem Pressestatement zur Frühjahrskonferenz des Deutschen Handwerkskammertags (DHKT) in Sundern bewertet ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke die ersten Pläne der neuen Regierung, wie es dem Handwerk in Deutschland geht und welche …
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"Handwerks-Meister sind nicht weniger wert als Herz-Chirurgen!"

[16.04.2018]

Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), spricht im Interview mit der BILD über Ausbildungsabbrüche, Ausbildungsvergütung und warum die Entlastung von kleinen und mittleren Firmen jetzt nötig …
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"Wir brauchen mehr Berufsorientierung"

[09.04.2018]

Angesichts hoher Abbrecher- und Wechselquoten bei Auszubildenden fordert ZDH-Präsident Wollseifer im Interview mit dem Deutschlandfunk bessere Programme zur Berufsorientierung.
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"Berufsvorbereitung in Schulen muss deutlich besser werden"

[05.04.2018]

Im Interview mit der Passauer Neuen Presse erklärt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke, wie die Zahl der Ausbildungsabbrüche zu bewerten ist und warum ein Mindestlohn für Azubis mehr Schaden anrichten als helfen würde. Herr Schwannecke, …
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Festsetzung einer Mindestausbildungsvergütung ist unnötig und tarifpolitisch gefährlich

[23.02.2018]

Kann für alle Ausbildungsberufe ein Mindestlohn festgesetzt werden? Auf Anfrage der WirtschaftsWoche erklärt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke, warum die Festsetzung einer Mindestausbildungsvergütung unnötig und tarifpolitisch …
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"In anderen Ländern müssen die Lehrlinge selbst für ihre Ausbildung aufkommen"

[12.01.2018]

In seinem Statement für das Handelsblatt erklärt ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer, wofür Ausbildungsvergütungen gedacht sind und warum die Höhe von Gewerk zu Gewerk variiert. „Es ist welt- und europaweit keineswegs selbstverständlich, …
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