Zentralverband des
Deutschen Handwerks

Eigenkapitalquoten im Handwerk

Die Eigenkapitalquote ist ein wichtiger Gradmesser für die "finanzielle Gesundheit" einer Branche oder eines Unternehmens.

"Neben der positiven Entwicklung bei den Forderungsausfällen gibt es auch in puncto Eigenkapital einen Pluspunkt für das Handwerk in der aktuell schwierigen Wirtschaftslage. So erhöhte sich der Anteil der Betriebe, die über eine hohe Eigenkapitalquote von mehr als 30 Prozent verfügen, auf 23,6 Prozent – dank dem Baugewerbe. Damit ist auch Wert auf die Sicherung der Unternehmensstabilität gelegt worden. Knapp ein Drittel der Befragten (32,4 Prozent) nannte eine Eigenkapitalquote von weniger als 10 Prozent und gilt damit als eigenkapitalschwach. Im Vorjahr lag der entsprechende Anteil bei einem Drittel.

Wie wertvoll der Anstieg bei den Betrieben mit einer hohen Eigenkapitalquote (> 30 Prozent) ist, zeigt sich im längerfristigen Vergleich. So waren vor zehn Jahren erst 16,2 Prozent der Handwerksbetriebe in Deutschland mit einer solch guten Eigenkapitalquote ausgestattet. Das dürfte ein wichtiger Beitrag zur Stabilität des Handwerkssektors in Deutschland sein. Ein echter „Stresstest“ steht freilich noch aus, da bislang große Teile des Handwerks vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen sind und der deutschen Wirtschaft eher Stabilität verliehen haben.

Die vergleichsweise positive Entwicklung bei den Eigenkapitalquoten darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Corona-Krise bereits zu ersten Erosionen beim Eigenkapital geführt hat. So haben 17,9 Prozent der Befragten angegeben, dass sich ihr Eigenkapital coronabedingt reduziert hat. Im Kfz-Gewerbe war jeder Dritte betroffen."

(Wirtschaftslage und Finanzierung im Handwerk 2019/20 - Creditreform; Wirtschaftsforschung)

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