Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge 2007 - Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung

Im Folgenden erhalten Sie Informationen zu den Ergebnissen der Erhebung des Bundesinstitutes für Berufsbildung für den Erhebungszeitraum 1.10.2006 bis 30.09.2007 zu den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen:

Zuwachs bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen

Nach der am 13. Dezember 2007 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung bekannt gegebenen Ausbildungsbilanz auf der Basis der Erhebung der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge des Bundesinstitutes für Berufsbildung (BIBB) wurden bis zum 30. September 2007 bundesweit 625.914 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, 49.761 bzw. 8,6 Prozent mehr als im Vorjahr. „Dies ist bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen das zweitbeste Ergebnis seit der Wiedervereinigung“ sagte Bundesministerin Annette Schavan in ihrer Pressemeldung vom 13. Dezember 2007.

Zuwachs im gesamten Wirtschaftsbereich  

Zuständige Stelle

Veränderung absolut

Veränderung in Prozent

Industrie und Handel

Plus 30.549

Plus 9,1 Prozent

Handwerk

Plus 17.094

Plus 10,5 Prozent

Öffentlicher Dienst

Minus 670

Minus 4,8 Prozent

Landwirtschaft

Plus 89

Plus 0,6 Prozent

Freie Berufe

Plus 2.446

Plus 5,8 Prozent

Hauswirtschaft

Plus 154

Plus 3,6 Prozent

Seeschifffahrt

Plus 99

Plus 34,3 Prozent

Insgesamt

Plus 49.761

Plus 8,6 Prozent

Angaben Neuverträge ohne Anschlussverträge

Die positive Entwicklung seit April diesen Jahres bestätigt sich

Im Handwerk wurden 179.698 neue Ausbildungsverträge und 684 Anschlussverträge abgeschlossen. Das entspricht einem Zuwachs von Plus 10,5 Prozent (+ 17.094) gegenüber dem Vorjahr. Die sich abzeichnende positive Entwicklung seit April dieses Jahres wurde nun bestätigt. Der Anfang des Jahres sich abzeichnende konjunkturelle Aufschwung führte zu leicht steigenden Beschäftigtenzahlen und einem sehr hohen Zuwachs an Ausbildungsverträgen. Die zahlreichen Anstrengungen im Rahmen des Ausbildungspaktes tragen Früchte. Gleichzeitig führt der sich abzeichnende demographische Fachkräftemangel zu einem erhöhten Augenmerk auf die Sicherung der Fachkräfte durch Ausbildung.

In zahlreichen Ausbildungsberufen sind Zuwächse zu verzeichnen. Darunter insbesondere in den Berufen aus dem Bau- und Ausbauhandwerk sowie dem Elektro- und Metallhandwerk. Auch in den Berufen der Gesundheitshandwerke ist die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge gestiegen. Die neu geordneten Ausbildungsberufe Änderungsschneider (+31,7 Prozent), Bestattungsfachkraft (+33,3 Prozent) und Sattler (+31,3 Prozent) finden starken Zuspruch.

Erfreulich ist, dass in diesem Jahr der Anteil der Frauen von 25 auf 26 Prozent (+6.049) - bisheriger Höchstwert - gestiegen ist. Neben den klassischen Ausbildungsberufen Friseurin, Fotografin, Bürokauffrau, Fachverkäuferin und Kosmetikerin, in denen die jungen Frauen traditionell stark vertreten sind, ist ein zaghafter Anstieg des Frauenanteils in typischen Männerberufen zu konstatieren. So hat sich in diesem Jahr der Frauenanteil bei den Bäckern um 3 Prozentpunkte auf 20,4 Prozent, Bootsbauern um 1,4 Prozentpunkte auf 9,6 Prozent, Fleischern um 5,5 Prozentpunkte auf 8,8 Prozent und Schornsteinfegern um 3,9 Prozentpunkte auf 14,2 Prozent erhöht. Auch wenn hier die Veränderungsraten noch sehr gering sind, ist die Entwicklung des Frauenanteils bei den folgenden männertypischen Ausbildungsberufen doch bemerkenswert: 

Ausbildungsberuf

Frauenanteil
2006
[% und (absolut)]

Frauenanteil
2007
[% und (absolut)]

Veränderung

Glaserin

2,6 % (16)

3,3 % (22)

0,7

Informationselektronikerin

1,3 % (12)

2,3 % (24)

1,0

Mechatronikerin für Kältetechnik

0,7 % (5)

0,9 % (10)

0,3

Karosserie- und Fahrzeugbaumechanikerin

0,7 % (10)

1,1 % (19)

0,4

Kraftfahrzeugservicetechnikerin

2,5 % (27)

3,5 % (52)

1,0

Malerin und Lackiererin

10,1 % (951)

12,6 % (1.318)

2,5

Maurerin

0,5 % (22)

0,8 % (35)

0,3

Metallbauerin

0,8 % (64)

1,1 % (115)

0,3

Tischlerin

7,8 % (725)

8,4 % (845)

0,7

Zimmerin

1,3 % (39)

1,6 % (50)

0,3

Bundesweit über alle Wirtschaftsbereiche haben die alten Bundesländer einen Zuwachs an Neuverträgen von 10,7 Prozent und die neuen Bundesländer von 0,9 Prozent. Diese regional sehr unterschiedliche Entwicklung wird durch die negative Entwicklung im Bereich der Haus- und Landwirtschaft in den neuen Bundesländern geprägt. Der Bereich Industrie und Handel hat in den neuen Bundesländern nur einen Zuwachs von 0,2 Prozent erreicht. Im Ergebnis wird der Zuwachs an neu eingetragenen Ausbildungsverträgen in den neuen Bundesländern durch das Handwerk (+3,9 Prozent) und die Freien Berufe (+3,7 Prozent) erzielt.

Davon ausgehend, dass die Nachvermittlungsaktionen noch bis Anfang 2007 fortgesetzt werden und aus den Erfahrungen der Vorjahre, ist zum Jahresende noch mit einem weiteren Zuwachs an neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen zu rechnen.

Verhältnis von Ausbildungsplatzangebot und -nachfrage hat sich wesentlich verbessert

Das Ausbildungsplatzangebot wird über die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zuzüglich der noch offenen Lehrstellen definiert, die Ausbildungsplatznachfrage der Jugendlichen über die Zahl der neuen Lehrverträge zuzüglich der bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Lehrstellenbewerber, die bis zum 30.09. nicht vermittelt werden konnten. Für den Berichtszeitraum 1.10.2006 bis 30.09.2007 ergeben sich rechnerisch 98,3 Angebote je 100 Nachfrager. Gegenüber dem Vorjahr hat sich damit die Angebots-Nachfrage-Relation bundesweit um 3,8 verbessert. In den alten Bundesländern hat sich die Angebots-Nachfrage-Relation auf 99,1 (+3,2) erhöht, in den neuen Bundesländern auf 95,4 (+5,6). Die Zahl der noch nicht vermittelten Bewerber hat sich in den neuen Bundesländern um fast 50 Prozent reduziert bei gleichzeitigem Anstieg der noch angebotenen Lehrstellen um 26 Prozent und der sinkenden Nachfrage um fast 5 Prozent. Hier scheint sich der einsetzende Rückgang an Schulabsolventen aufgrund der demographischen Entwicklung bereits abzuzeichnen.