Inhalt
 

SEPA: einheitlicher Zahlungsverkehrsraum

Jährlich fließen über 230 Mrd. bare und bargeldlose Transaktionen mit einem Geldwert von 52 Billionen € zwischen den EU-Ländern. Der Rechtsrahmen für diese Zahlungsdienste basiert jedoch auf 25 verschiedenen nationalen Rechtssystemen. Ähnlich national geprägt sind die elektronischen Zahlungsverkehrssysteme. Folglich haben große Unternehmen mit einem internationalen Filialnetz kaum die Möglichkeit einer einheitlichen Kontenabstimmung und Einzelhändlern werden insbesondere im Kreditkartengeschäft hohe Gebühren (bis zu 5 %) in Rechnung gestellt. Das soll sich künftig ändern.  

In der Zukunft sollen die Zahlungsverfahren in allen EU-Staaten identisch sein. Dazu ist es erforderlich, die entsprechenden Produkte, Preise und Datensatzformate anzupassen. Zudem soll es - gesetzlich geregelt - kürzere Ausführungszeiten und einheitliche Haftungsgrenzen geben.  

Die dafür notwendigen einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsinstrumente werden von der europäischen Kreditwirtschaft in Eigenregie entwickelt und sollen bereits ab 01.01.2008 auch für die Nutzung im nationalen Zahlungsverkehr in den einzelnen Mitgliedsstaaten angeboten werden. Schätzungen gehen davon aus, dass nach 2010 die bisher bestehenden und ab 2008 vorerst parallel weiter laufenden nationalen Systeme in Deutschland vollständig abgelöst werden.  

Von den dadurch zu erwartenden praktischen und strukturellen Änderungen werden sowohl Banken, Unternehmen und Verbraucher in Deutschland betroffen sein. Experten gehen davon aus, dass die SEPA-Umstellung hinsichtlich ihrer Dimension mit der Euro-Einführung bzw. der Jahrtausend-Umstellung gleichzusetzen ist.  

Vorteile werden sich vorerst fast ausschließlich für multinational agierende Unternehmen ergeben da diese ihre Zahlungsabwicklung künftig bei einer Bank im Euro-Raum konzentrieren können. Der zunehmende Wettbewerb unter den Kreditinstituten wird den übrigen Kunden erst mittelfristig nutzen. Allerdings bestehen auch diverse Probleme: So dürften sich die aktuellen Preisstrukturen für Überweisungen und Lastschriften nach oben verändern, da die Einführung neuer Systeme einen erheblichen finanziellen Aufwand bedeuten.  

Nützliche Links zu diesem Thema: 

 Europäische Kommission
Europäische Zentralbank
Europäischer Zahlungsverkehrsausschuss
( vertritt das europäische Bankgewerbe) 


Service

Seite drucken
Seite empfehlen
Schriftgröße verkleinern
Schriftgröße vergrößern
RSS Feed

Ihre Ansprechpartnerin

Ute Aschenbrenner
Wirtschafts- und Umweltpolitik
Tel.: 030 20619-262
Fax: 030 2061959-262
 aschenbrenner@zdh.de

 
Get Adobe Flash Player