Die Meisterprüfung im Handwerk

Die Meisterprüfung ist die wichtigste Fortbildungsprüfung im Handwerk. Sie dokumentiert den Erfolg eines Meisterlehrgangs und ist das Qualitätssiegel für Unternehmer/-innen und Führungskräfte im Handwerk.

Bestandteile und Prüfungsanforderungen in der Meisterprüfung

Die Meisterprüfung besteht aus vier selbständigen Teilen:

  • Fachpraxis (Teil I)
  • Fachtheorie (Teil II)
  • Betriebswirtschaft und Recht (Teil III)
  • Berufs- und Arbeitspädagogik (Teil IV)

Im fachpraktischen Teil einer Meisterprüfung ist in der Regel ein Meisterprüfungsprojekt durchzuführen. Das Meisterprüfungsprojekt besteht in der Planung, Durchführung und Kontrolle eines/-er typischen, anspruchsvollen beruflichen Produkts, Dienstleistung oder Geschäftsprozesses. Das Meisterprüfungsprojekt wird durch ein Fachgespräch ergänzt.

In den drei anderen Prüfungsteilen werden in erster Linie schriftliche Prüfungsleistungen, im Teil IV auch eine Präsentation oder die praktische Durchführung einer Ausbildungssituation und ein Fachgespräch, gefordert.

Rechtsgrundlagen:

Die grundlegenden Bestimmungen zur Meisterprüfung sind in der Handwerksordnung zu finden: Die §§ 45 – 51 e legen sowohl für die zulassungspflichtigen als auch für die zulassungsfreien Handwerke u. a. den Gegenstand der Prüfung, Befreiungsregelungen, die Zusammensetzung der Prüfungsausschüsse, das Zulassungsverfahren sowie Verfahren zur Gleichwertigkeitsfeststellung fest.

Die Prüfungsanforderungen für die handwerksspezifischen Teile I und II werden durch Rechtsverordnungen des Bundeswirtschaftsministeriums bundesweit einheitlich festgelegt. Siehe auch Meisterprüfungsverordnungen.

Die Prüfungsanforderungen der gewerbeübergreifenden Teile III und IV sind ebenfalls in einer staatlichen Rechtsverordnung, der Allgemeinen Meisterprüfungsverordnung (AMVO) festgelegt.

Das Prüfungsverfahren für die Meisterprüfung, also die "Spielregeln" für Prüfer/-innen und Prüfungsteilnehmer, sind in der Verordnung über das Zulassungs- und allgemeine Prüfungsverfahren (MPrüfVerfVO) niedergelegt. 

Zulassung zur Meisterprüfung

Zu einer Meisterprüfung in einem zulassungspflichtigen Handwerk ist zuzulassen, wer:

  • eine Gesellenprüfung in dem zulassungspflichtigen Handwerk, in dem er die Meisterprüfung ablegen will, oder in einem damit verwandten zulassungspflichtigen Handwerk oder
  • eine entsprechende Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf oder
  • eine Gleichwertigkeitsbescheinigung für eine Gesellenprüfung im zulassungspflichtigen oder damit verwandten Handwerk
  • eine andere handwerkliche Meisterprüfung bestanden hat.

Wer eine andere Gesellen- und Abschlussprüfung bestanden hat, muss das Handwerk, in dem er die Prüfung ablegen will, über mehrere Jahre ausgeübt haben.

Zur Meisterprüfung in einem zulassungsfreien Handwerk ist zuzulassen, wer eine Gesellenprüfung oder eine Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf bestanden hat (Für die Zulassung zum Teil III ist kein Berufsabschluss erforderlich).

Die Handwerkskammer kann auf Antrag in Ausnahmefällen von den Zulassungsvoraussetzungen befreien. 

Meisterprüfungsausschüsse

Ein Meisterprüfungsausschuss besteht aus mindestens fünf Personen: Eine Person führt den Vorsitz. Mindestens drei Personen sind Fachexperten im jeweiligen Handwerk und verfügen i. d. R. über eine eigene Meisterqualifikation. Es sollen im Ausschuss sowohl zwei selbständiger Unternehmer/-innen oder Betriebsleiter/-innen als auch ein/-e Geselle/-in unter den Fachbeisitzern vertreten sein. Im Übrigen muss jeweils mindestens ein Mitglied des Prüfungsausschusses über besondere Fachkunde auf dem Gebiet des Teils III (Betriebswirtschaft und Recht) und des Teils IV (Berufs- und Arbeitspädagogik) verfügen.

Hier finden Sie eine Übersicht der bei den Handwerkskammern eingerichteten Meisterprüfungsausschüsse: