Inhalt

Beste Idee zum Bürokratieabbau kommt vom Handwerk

v.l.: Günter Verheugen, Vizepräsident der Europäischen Kommission; Edmund Stoiber, Vorsitzender der Hochrangigen Gruppe unabhängiger Interessenträger im Bereich Verwaltungslasten; Otto Kentzler, ZDH-Präsident; Karin Rögge, Leiterin der ZDH-Vertretung Brüssel; Foto: Fabian Matzerath

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) erhält den Preis für die beste Idee zum Bürokratieabbau in Europa. Damit zeichnet die Europäische Kommission den Vorschlag des ZDH aus, Erleichterungen für Handwerksbetriebe bei der Aufzeichnung von Lenk- und Ruhezeiten einzuführen.  

ZDH-Präsident Otto Kentzler nahm den Award bei der Preisverleihung in Prag von Günter Verheugen, Vizepräsident der Europäischen Kommission, und von Edmund Stoiber, Vorsitzender der Hochrangigen Gruppe unabhängiger Interessenträger im Bereich Verwaltungslasten, entgegen. Kentzler: „Der Preis ist eine großartige Unterstützung für unsere politische Arbeit. Die eigentliche Auszeichnung steht aber noch aus – die Umsetzung unserer Vorschläge durch die EU. Wir erwarten hier zeitnah Entlastungen für unsere Betriebe.“ 

Der ZDH schlägt vor, den Umkreis, in dem Handwerker sich ohne Tachographenpflicht betätigen dürfen, zu erweitern und die Gewichtsbegrenzung zu streichen. „Damit wäre ein Großteil der Betriebe von der kosten- und zeitaufwändigen Aufzeichnungspflicht befreit“, erklärt Kentzler. 

„Die Tachographenpflicht sollte auf das Transportgewerbe beschränkt werden, für das sie auch gedacht und richtig ist“, fordert Kentzler. Nach EU-Recht sind Betriebe zum Einbau eines digitalen Tachographen in alle Fahrzeuge über 3,5 Tonnen verpflichtet, sobald sie weiter als 50 km von Firmensitz entfernt eingesetzt werden. Diese Regel soll zur Verkehrssicherheit beitragen, indem sie vor allem die Übermüdung von LKW-Fernfahrern verhindert. Kentzler: „Für unsere Betriebe spielen Fahrzeiten eine untergeordnete Rolle. Die bestehende Regelung bedeutet für das Handwerk einen hohen Aufwand, der niemandem nutzt, den davon betroffenen Betrieb aber belastet.“ Allein die Anschaffung von Tachographen, Fahrerkarten und Software erfordert einige tausend Euro. Hinzu kommt der große Zeitaufwand für das Speichern und Auswerten der Daten und das Ausfüllen der Nachweise.  

Die Jury wählte den ZDH-Vorschlag aus über 500 eingereichten Ideen aus den 27 Mitgliedstaaten der EU und Norwegen aus. Der Preis geht auf eine Initiative der Stoiber-Kommission zurück. Er wird in diesem Jahr erstmalig ergänzend zu den fünf weiteren Kategorien des Europäischen Unternehmerpreises vergeben.

Zum Herunterladen

Das Foto ist frei zur Veröffentlichung in Print- und Online-Medien des Handwerks. Fotos bitte mit Hinweis: Fabian Matzerath. 


Service

Seite drucken
Seite empfehlen
Schriftgröße verkleinern
Schriftgröße vergrößern
RSS Feed
Get Adobe Flash Player