[07.09.2004]

BFH-Geschäftsführer Hans-Jürgen Aberle verabschiedet

Hart in der Sache – fair im Umgang

Mit seiner beruflichen Lebensleistung für das Handwerk hat sich RA Hans-Jürgen Aberle Anerkennung und Dank der Handwerksorganisation erworben. Als äußeres Zeichen dafür überreichte ZDH-Präsident Dieter Philipp dem scheidenden langjährigen Geschäftsführer von ZDH und BFH das Handwerkszeichen in Gold, die höchste Auszeichnung, die die Handwerksorganisation vergibt. Philipp: „Sie haben sich das Handwerk zum Beruf gewählt und darin Ihre Berufung gefunden. Und das Handwerk und seine Organisation haben davon ganz nachhaltig profitiert. Wir sind Ihnen zu großem Dank verpflichtet." Zahlreiche hochrangige Repräsentanten aus Politik und Wirtschaft verabschiedeten RA Hans-Jürgen Aberle am 7. September 2004 im Haus des Deutschen Handwerks in den Ruhestand.

Philipp würdigte den scheidenden BFH-Geschäftsführer in seiner Ansprache als engagierte Persönlichkeit, die mit profundem Fachwissen und einem breiten Erfahrungsschatz die Handwerks- und Mittelstandspolitik in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich mitgeprägt hat.

Reinhard Göhner, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, bezeichnete Aberle in seiner Laudatio als „hochkompetenten und talentierten Fachmann und einen der routiniertesten, bekanntesten und anerkanntesten Geschäftsführer des Verbandswesens“. Er habe es verstanden, die Gemengelage des Handwerks diplomatisch auszutarieren und Lösungsvorschläge zu präsentieren, ohne dabei das Wohl der Gesamtwirtschaft aus dem Blick zu verlieren.

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Köln und der Referendarzeit (unter anderem bei der Handwerkskammer Aachen) trat Hans-Jürgen Aberle 1967 als Referent der Rechtsabteilung des Deutschen Handwerkskammertages (DHKT) in die Spitzenorganisation ein. 1972 folgte er dem Ruf zum Leiter der Abteilung, bereits 1978 wurde er zum Geschäftsführer des ZDH und der BFH bestellt. Fortan rückten die Sozial- und Tarifpolitik, die Arbeitsmarktpolitik, sowie die zukunftsgerechte Ausrichtung der Verbandsstrukturen in den Mittelpunkt seiner Tätigkeit.

Seit 1978 Hans-Jürgen Aberle Mitglied des Verwaltungsrates der Bundesagentur für Arbeit und engagiert sich dort für die Interessen des Handwerks in der Arbeitsmarktpolitik. Seit vielen Jahren ist er alternierender Vorsitzender des Ausschusses für Arbeitsmarktpolitik und -forschung des Verwaltungsrates. Philipp begrüßte, dass Aberle in dieser Funktion weiterhin das Handwerk vertreten wird.

Über viele Jahre war Hans-Jürgen Aberle darüber hinaus Mitglied der beim Bundesarbeitsministerium angesiedelten konzertierten Aktion im Gesundheitswesen und vertrat dort neben den Interessen des Gesamthandwerks vor allem die Belange der Gesundheitshandwerke. Als Geschäftsführer der Bundeskreditgarantiegemeinschaft des Handwerks engagiert er sich im Bereich der Mittelstandsförderung und der Existenzgründungen.

Auf europäischer Ebene gelang unter der aktiven Mitarbeit des BFH-Geschäftsführers die Einbindung des Handwerks in den Sozialen Dialog. Dies war ein entscheidender Schritt zur Stärkung des Position des Handwerks in Brüssel, um die Marktchancen der Betriebe im europäischen Binnenmarkt zu steigern.
Besonders am Herzen liegt Aberle die Arbeit als Vorsitzender des Zentralen Besprechungskreises Kirche/Handwerk, der unter Mitwirkung beider großer Kirchen sozialethische und sozialpolitische Fragen in der mittelständischen Wirtschaft aufarbeitet.

Auch als Autor hat sich Hans-Jürgen Aberle einen Namen gemacht: Er ist Herausgeber des Kommentars „Die Deutsche Handwerksordnung“ und Verfasser des „Taschenlexikons handwerksrechtlicher Entscheidungen“. Daneben veröffentlichte er zu zahlreichen sozial-, arbeitsmarkt- und verbandspolitischen Themen. Weitere sollen im Ruhestand folgen – so Aberle selbst.

 

 

 

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