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„Made in Germany“ - Gütesiegel dank bester Ausbildung

In einem Leserbrief an die BILD-Zeitung meldet sich ZDH-Präsident Otto Kentzler zur Debatte um das Gütesiegel „Made in Germany“ zu Wort. Er erinnert daran, dass „Made in Germany“ untrennbar verbunden ist mit Ausbildung und Qualifizierung. Der Leserbrief wurde gekürzt veröffentlicht, hier dokumentieren wir den vollen Wortlaut. 

„Made in Germany“ war im 19. Jahrhundert ein Schimpfwort. Als Reaktion auf die schlechte Qualität deutscher Waren wurde eine geregelte Ausbildung eingeführt. Es waren der Gesellenbrief und der Meisterbrief im Handwerk, die den Grundstein für das heutige Qualitätssiegel legten. Ob im Handwerk oder in der Industrie – die duale Ausbildung in Theorie und Praxis eines Berufes macht bis heute den Unterschied. Darum beneidet uns die Welt. Das Zusammenspiel von akademisch gebildeten und beruflich ausgebildeten Könnern macht „Made in Germany“ stark. Bei unseren Produkten und Dienstleistungen.  

Deswegen kämpft das Handwerk – gemeinsam mit den anderen Bereichen der Wirtschaft – auch für die gleichwertige Einordnung von Berufsabschlüssen und Abitur im deutschen und europäischen Qualifikationsrahmen. Nur wenn junge Menschen das Gefühl haben, dass die berufliche Ausbildung ebenso anerkannt ist wie die akademische Bildung, werden sie sich auch in Zukunft dafür entscheiden. Und nur mit jungen Menschen, die erfolgreich das duale Ausbildungssystem durchlaufen haben, werden wir das Gütesiegel halten können. 

Da Deutschlands Bevölkerung schrumpft, machen wir dafür auch gerne die Türen auf – für junge Menschen aus unseren Nachbarländern in Europa. Und sollten die jungen Spanier und Portugiesen, Polen und Tschechen eines Tages lieber wieder in der Heimat arbeiten wollen, dann weiß ich jetzt bereits, was sie tun werden: Sie werden ihren Gesellenbrief aus Deutschland an die Wand ihres Büros hängen und damit stolz signalisieren, dass sie ein Stückchen „Made in Germany“ mit zurück in die Heimat gebracht haben. Auch so können wir Deutschen mit unserer Stärke Europa helfen. 

Otto Kentzler
Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH)


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