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Kultur- und Kreativwirtschaft
Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist ein neu definierter Wirtschaftssektor, der in seinem Gewicht zwischen der Automobil-Industrie und der Chemischen Industrie rangiert. Als erstes Land hat Großbritannien die "Creative Industries" als eigenständigen Wirtschaftsbereich definiert und unternimmt seither systematische Anstregungen, ihn gemäß der besonderen Struktur zu fördern. Zahlreiche Länder sind dem Beispiel gefolgt. In den 1990er Jahren haben auch die Bundesländer begonnen, regelmäßige Kulturwirtschaftsberichte vorzulegen und sich um die gezielte Förderung der Branche zu bemühen. Auch auf europäischer Ebene ist die Kultur- und Kreativwirtschaft als Wirtschaftsbranche der Zukunft erkannt worden.
Zur Kultur- und Kreativwirtschaft zählen all jene Unternehmen, "welche überwiegend erwerbswirtschaftlich orientiert sind und sich mit der Schaffung, Produktion, Verteilung und/oder medialen Verbreitung von kulturellen Gütern / Dienstleistungen befassen" (Definition der Wirtschaftsministerkonferenz).
Am 7. Mai 2008 wurde die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung gestartet. Ihr zentrales Anliegen ist es, diesem Wirtschaftsbereich positive Zukunftsperspektiven zu erschließen. Dabei sollen sowohl die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt als auch Arbeitsplatzpotenzial noch weiter ausgeschöpft und entwickelt werden. Darüber hinaus sollen die Erwerbschancen innovativer kleiner Kulturbetriebe sowie freischaffender Künstlerinnen und Künstler verbessert werden. Die Bedeutung der Branche soll in der Öffentlichkeit stärker als bislang bekannt gemacht werden, um ihr wirtschafts- und beschäftigungspolitisch die gleiche Anerkennung zu geben, wie sie den etablierten Wirtschaftszweigen zu Teil wird.
Der ZDH unterstützt diese Initiative und setzt sich in ihr für die spezifischen Belange des Handwerks ein.
Im September 2008 hat die Planungsgruppe "Kultur" die kulturrelevanten Gewerke des Handwerks zusammengestellt und dem Bundeswirtschaftsministerium überreicht. 85 Gewerke zählen gemäß WMK-Definition unmittelbar zur Kultur- und Kreativwirtschaft. Damit ist das Handwerk ein wesentlicher Bestandteil der Branche.

