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Zahlen und Daten zur Beratungsorganisation
Die Beraterorganisation des Handwerks umfasst zurzeit 850 beim ZDH gelistete (geförderte wie nicht geförderte) Betriebsberater, davon sind 589 Berater in den Handwerkskammern beschäftigt, 261 Berater für die Fachverbände tätig. Die Berater sind ungefähr je zur Hälfte betriebswirtschaftliche und technische Fachexperten. Darunter gibt es diverse Spezialisten bspw. für Außenwirtschaft und Messewesen, Zulieferwesen, Innovationsberatung, I+K-Techniken, Formgebung und Denkmalpflege. Nicht berücksichtigt sind in diesen Zahlen die 238 Aus- und Weiterbildungsberater sowie Experten für Rechts- und Steuerfragen, die ebenfalls die Betriebe des Handwerks beratend unterstützen.
Die diversen Aufgabengebiete der Betriebsberater ergeben sich aus den spezifischen Bedürfnissen der Handwerksbetriebe, wobei diese Nachfrage in der Regel nicht durch den freien Markt befriedigt werden kann und daher von den Informations- und Beratungsstellen der Handwerksorganisationen übernommen werden muss. So können beispielsweise ausschließlich die handwerklichen Beratungsstellen eine Funktion als Bindeglied zwischen den Betrieben und den außenwirtschaftlichen Informationsangeboten der Bundesagentur für Außenwirtschaftsinformationen (BFAI), dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie den Auslandshandelskammern erfüllen. Diese mehr oder weniger reinen Vermittlungsleistungen sind nicht marktfähig und werden daher auch nicht von freiberuflichen Beratungs¬unternehmen angeboten.
Gleiches gilt für viele andere Tätigkeitsgebiete der Betriebsberater. So bieten Messe- und Zuliefererberater Vortragsreihen und Kurzberatungen zur Vorberei¬tung von Messenbesuchen an, die aufgrund des hohen Informationsanteils ebenfalls nicht marktfähig sind. Ebenso dienen Innovationsberater und Technologietransferstellen als Schnittstellen zu Universitäten und Forschungsstellen, auf deren Forschungsergebnisse die technologieorientierten Handwerksbetriebe zwar angewiesen sind, zu denen sie aber in der Regel von sich aus keinen Zugang finden würden. Ein gutes Beispiel bildet dabei der Wissenstransfer zum Thema Brennstoffzelle: Obwohl diese zukunftsorientierte Technologie für viele Handwerksunternehmen eine hohe Bedeutung erlangen kann, sind sie vorerst auf die Informations- und Bildungsleistungen der Handwerkskammern angewiesen. Dabei stellen die Handwerksorganisationen mehr als eine reine Beratungs- und Informationsstelle dar. Sie bilden mit ihrem Informations- und Bildungsangeboten ein umfassendes Kompetenzzentrum, das einen effizienten Informationsaustausch zwischen Forschung und Handwerk gewährleistet.
Durch die kontinuierliche Zulieferung von derzeit weit über 2.000 Dokumenten, Kalkulationsvorlagen und Checklisten für das öffentlich zugängliche Beratungs- und Informationssystem BIS leisten alle Betriebsberater zusätzlich einen erheblichen Beitrag, indem Unternehmen und Gründern praxisrelevante und zielgruppengerechte Informationen über das Internet rund um die Uhr kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Diese Dokumente zeichnen sich durch einen hohen Nutzwert für das Handwerk aus, da sie unmittelbar aus der Beratungspraxis heraus entwickelt wurden.

