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Liquidationswelle in Ungarn erreicht ihren Höhepunkt

Die Zahl der Liquidationsverfahren in Ungarn ist in diesem Jahr bis Ende September um 35 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Betroffen sind vor allem der Bausektor sowie der Kfz-Handel. Anfang 2010 wird die Liquidationswelle vermutlich ihren Höhepunkt erreichen.

Die Zahlungsmoral bei Inlandsgeschäften ist in Ungarn seit dem Herbst 2008 deutlich schlechter geworden. 65 % aller Firmen haben Außenstände, die seit mehr als einem Jahr fällig sind. Bezüglich des Zahlungsverhaltens der Wirtschaft rangiert Ungarn in einer von Coface Ungarn erstellten Rangliste etwa gleichauf mit Kroatien vor Rumänien und Bulgarien sowie den Ländern des Westbalkans, die deutlich schlechter abschneiden. Knapp vor Ungarn liegen Polen sowie mit größerem Abstand Slowenien.

Bei Insolvenzen werden derzeit weniger als 10 % der Gläubigeransprüche erfüllt. Im Anschluss an die Abwicklungsverfahren kommt es in über der Hälfte der Fälle zu Neugründungen durch einen der Beteiligten. In 70 % der Start-ups des ersten Halbjahres 2009 waren Firmengründer beteiligt, deren letztes Unternehmen kurz vorher abgewickelt worden war.

Im Herbst 2009 ist eine neue Vergleichsordnung in Kraft getreten, die Zahlungsmoratorien erleichtert und Firmenabwicklungen möglichst vermeiden will. Schuldner können durch gerichtliche Anordnung von Vergleichsverfahren einen Zahlungsaufschub von 90 Tagen erhalten. Während dieser Frist soll versucht werden, mit den Gläubigern einen Vergleich zu schließen. Auf diesem Weg können Insolvenzverfahren verhindert werden.

Kontakt:
Coface Hungaria Credit
Tel.: 0036 / 1 / 299 20 71
E-Mail:  office@coface.hu
 www.coface.hu

Quelle: Märkte der Welt Nr. 48 vom 26.11.2009

 


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