Inhalt
Wettbewerbsgefälle im Euro-Raum
Im Euroraum ist ein Wettbewerbsgefälle entstanden, durch das einige Mitgliedstaaten verstärkt der Finanzkrise ausgesetzt werden. Dies geht aus dem Ende März 2009 veröffentlichten Euroraum-Quartalsbericht der Europäischen Kommission hervor. Die Wirtschaftskrise wird voraussichtlich zu einer Anpassung der Zahlungsbilanzungleichgewichte führen, während zur Wiedererlangung der Wettbewerbsfähigkeit im Euroraum ein verbesserter Einsatz der Finanzpolitik sowie flexiblere Produkt- und Arbeitsmärkte einschließlich eines verstärkten Wettbewerbs im Dienstleistungssektor erforderlich sind, damit steigende Produktivität und sinkende Preise der Beschäftigung zugute kommen können.
Die Wirtschaftstätigkeit im Euroraum verzeichnete im letzten Quartal 2008 einen Rückgang um 1,5 % auf vierteljährlicher Basis, wie Eurostat in diesem Monat bestätigte. Mit Ausnahme der Vorräte und des Staatsverbrauchs gingen alle BIP-Komponenten zurück, am stärksten die Investitionen (-3,7% im Quartalsvergleich). Die Lage am Arbeitsmarkt verschlechterte sich erheblich, im vierten Quartal gingen 450.000 Stellen verloren und die Arbeitslosenquote lag bei 8 %.
Im Euroraum sind erhebliche Unterschiede in der Wettbewerbsfähigkeit ent-standen, so dass einige Mitgliedstaaten der weltweiten Krise stärker ausge-
setzt sind und entsprechender Anpassungsbedarf besteht. In den vergan-
genen zehn Jahren verzeichneten einige Mitgliedstaaten einen erheblichen Verlust ihrer Preis- und Kostenwettbewerbsfähigkeit im Vergleich zum übrigen Euroraum, während sich in anderen Mitgliedstaaten die Lage stark verbes-
serte. Diese Auseinanderentwicklung wird auch durch die derzeitigen Leis-
tungsbilanzunterschiede sichtbar. Ein wesentlicher Teil der Unterschiede be-
ruht auf erheblichen innerstaatlichen Ungleichgewichten in einigen Mitglied-
staaten, wie Kostendruck durch unangemessenes Lohnverhalten, über-
mäßige Binnennachfrage, hohe private bzw. Auslandsverschuldung sowie ein steiler Anstieg der Immobilienpreise.
In dem Bericht werden auch wirtschaftspolitische Maßnahmen empfohlen, die auf besser funktionierende Arbeits- und Produktmärkte abzielen.
Der Bericht ist abrufbar unter:
http://ec.europa.eu/economy_finance/thematic_articles/article14654_en.htm

