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Russland: Geschäftserwartungen deutscher Unternehmer verbessert
Deutsche Unternehmer erwarten eine positive Entwicklung ihrer Geschäftsaktivitäten in Russland. Eine aktuelle Umfrage des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft und der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer unter mehr als 200 Unternehmen zeigt eine wachsende Bereitschaft zu Investitionen und zum Einstellen neuer Arbeitskräfte.
20 % der an der Umfrage beteiligten Unternehmen arbeiten im Maschinen- und Anlagenbau, gefolgt von der Bauwirtschaft mit 12 % und Ernährungsindustrie (11 %). 68 % der befragten Unternehmen haben ihren Firmensitz in Moskau.
Im Vergleich zur letzten Umfrage im Mai 2009 ist eine leichte Stimmungsaufhellung unter den deutschen Unternehmen zu beobachten; 12 % der befragten Unternehmen haben eine Verbesserung des Geschäftsklimas in der Russischen Föderation festgestellt, im Frühjahr waren es nur 7 %. Dagegen haben 73 % (2009: 82 %) eine Verschlechterung beobachtet. 17 % der Befragten spüren bereits jetzt eine Erholung der russischen Wirtschaft. Weitere 40 % rechnen mit einer Erholung in diesem Jahr. Die stärkste Dynamik wird in der Rohstoff- und Energiebranche gesehen, die Branchen Gesundheitswirtschaft und Erneuerbare Energien schneiden in der Umfrage eher schlecht ab.
Die Geschäftslage des eigenen Unternehmens wird von nur 20 % der Unternehmer als gut bis sehr gut beurteilt, 22 % bewerten ihre Lage mit schlecht, 58 % mit befriedigend. Trotz dieser verhaltenen Einschätzung setzen die deutschen Unternehmen in Russland auf ein langfristiges Engagement. 40 % wollen in den nächsten 12 Monaten investieren, 48 % planen Neueinstellungen. Die Höhe der geplanten Investitionen deutscher Unternehmen wird im Milliardenbereich liegen, die Einzelsummen bewegen sich zwischen 10.000 Euro und dreistelligen Millionenbeträgen.
Die Auftragslage der deutschen Unternehmen in Russland ist immer noch stark von der schlechten Finanzlage der russischen Geschäftspartner betroffen. Fast jedes zweite an der Umfrage beteiligten Unternehmen verzeichnet Stornierungen von Aufträgen, die sich bei den befragten Unternehmen auf insgesamt über 400 Mio. Euro belaufen.
Die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen erhalten insgesamt gute Noten. Laut Umfrage bewerten 85 % der Unternehmen die allgemeinen Wirtschaftsbeziehungen mit sehr gut bis befriedigend. Als Vorteile des russischen Marktes werden die guten Wachstums- und Gewinnchancen, die Konsumnachfrage und die gut ausgebildeten Arbeitskräfte hervorgehoben. Auch die geringe Steuerlast und die Sonderwirtschaftszonen werden als positiv für den Investitionsstandort Russland beurteilt.
Als Nachteile gegenüber anderen Standorten werden die Zollabwicklung, Finanzierungsmöglichkeiten, Unterstützung durch die Verwaltung und rechtliche Rahmenbedingungen angesehen.
Quelle: Ost-Ausschuss Informationen 1-2/2010

