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Differenzierung und Europäisierung der beruflichen Bildung - Ein Reformprogramm des Handwerks
Mit dem Reformprogramm "Differenzierung und Europäisierung der beruflichen Bildung" will das Handwerk zur Erhaltung einer starken Wettbewerbsposition der mittelständischen Betriebe bei insgesamt restriktiver gewordenen volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen beitragen. Von besonderer Bedeutung sind dabei Vorschläge, die den Ansprüchen einer zukunftsorientierten Gewerbeförderungs- und Nachwuchssicherungspolitik des Handwerks im zusammenwachsenden Europa Rechnung tragen.
Wesentliche Eckpunkte des Reformprogramms sind:
- die Verzahnung von vorberuflicher und beruflicher Bildung sowie die stärkere Einflussnahme auf die Qualität der vom allgemeinbildenden Schulsystem hervorgebrachten Schülerleistungen
- die Verstärkung der Durchlässigkeit zwischen dem Berufsbildungssystem und dem allgemeinbildenden Schul- sowie Hochschulsystem
- die Entwicklung transparenter beschäftigungswirksamer Qualifizierungsangebote unter Beibehaltung der Qualitätsstandards des "deutschen Berufsprinzips"
- die breitere Einführung differenzierter, bundesweit einheitlicher und verbindlicher Karrierewege im Handwerk
- die Einbindung dieser Aus- und Weiterbildungsangebote/wege in europakompatible "Berufebaukästen" in Form von Bildungsabschlüssen mit modular untergliederten abgestimmten Kompetenzen
- die Integration weiterer technik- und branchenübergreifenden Qualifikationen in die Berufsausbildung mit dem Ziel der Anpassung handwerklicher Berufsbilder an die Berufsanforderungen der Wissensgesellschaft im zusammenwachsenden Europa
- die Konsolidierung von Meistervorbereitung und Meisterprüfung zu einem Referenzmodell für die systematische Unternehmerqualifizierung für den Mittelstand in Europa
- die Gewinnung neuer und Förderung besonderer Zielgruppen mit dem Ziel der Nachwuchssicherung im Handwerk.
Differenzierung, Durchlässigkeit, Qualität und Europäisierung sollen das Berufsbildungssystem der Zukunft kennzeichnen. Auch die vorgesehene Novellierung des Berufsbildungsgesetzes und die neue Handwerksordnung erfordern, die berufliche Bildung neuen Herausforderungen anzupassen.

